Die Umra

06. September 2022

13. Safar 1444

Verehrte Muslime!

      In unserer heutigen Hutbe geht es um die Umra. Umra bedeutet wörtlich besuchen, beabsichtigen. In der Fiqh-Terminologie bezeichnet es die Durchführung von Umra-spezifischen Ritualen  beim Besuch der Ka’aba.

Allah Te’ala ermutigt uns im Kur’an Kerim dazu wie folgt: „Vollzieht die Hadsch und die Umra für Allah!” (al-Baqara, 2:196)

Nach der hanafitischen Rechtsschule ist es eine starke Sunna (sunna mu’akkada), einmal im Leben die Umra zu vollziehen. Es gibt auch Gelehrte, die es für notwendig (wadschib) erachten. (Vgl. Nimet-i Islam, Hac Kitabı)

Die Umra wird auch als hadsch asgar, kleiner Hadsch, und die Hadsch selbst als hadsch akbar, großer Hadsch, bezeichnet. (Vgl. Nimet-i Islam, Hac Kitabı)

Nach der Meinung der Gelehrten ist es lobenswert (mustahab), mehrmals im Jahr die Umra zu machen.

In dem folgenden Hadis Scherif wird berichtet, dass Umra kleine Sünden sühnt: „Die Umra ist bis zur nächsten Umra Sühne für das, was dazwischen liegt. Für die angenommene Hadsch gibt es keine andere Belohnung außer der Dschennet. ” (Buchari, Umra 1)

Bezüglich der Anbindung der Umra an Hadsch wird Folgendes gesagt: „Lasst der Hadsch die Umra folgen. Denn diese beiden beseitigen die Armut und die (kleinen) Sünden wie der Blasebalg, der die Schmutzpartikel auf Eisen, Gold und Silber wegpustet. Für eine angenommene Hadsch gibt es keine andere Belohnung außer der Dschennet.” (Nasai, Manasik 6)

Die Ka’aba ist eine Stätte, die man nie satt haben kann. Ibn Abbas sagt hierzu: „Es gibt keinen, der sich von diesem heiligen Haus verabschiedet und nicht wieder zu ihr zurückkehren möchte.” (Tafsir ar-Razi, al-Baqara, 2:125)

   Diese Besonderheit verdankt die prächtige Ka’aba Ibrahim aleyhisselams Gebet. Nachdem Ibrahim aleyhisselam seine Frau Hadscher und seinen Sohn Ismail aleyhisselam in der Nähe der damals noch nicht erbauten Ka’aba niederließ, bat er Allah Te’ala folgendermaßen: „Unser Herr! ... So laß Herzen von Menschen ihnen zuneigen...“ (Sure Ibrahim, 14:38)

Ibn Abbas und Mudschahid (radiyallahu anhuma) sagten: „Wenn Ibrahim (a.s.) anstatt „Herzen von Menschen” “die Herzen der Menschen” gesagt hätte, so wären Muslime und Nicht-Muslime dorthin geströmt und ihr hättet dort keinen Platz mehr gefunden.” (Tafsir al-Qurtubi, Sure Ibrahim, 14:37)

Die Mutter aller Muslime Hazret Aische fragte einst Rasulullah (s.a.w.): „O Rasullallah! Ist der Dschihad auch für Frauen Pflicht? Er (aleyhissalatu wesselam) sagte: „Frauen sind einem Dschihad verpflichtet, der keine Kampfhandlungen kennt. Es ist der Hadsch und die Umra.” (Ibn Madsche, Manasik 8)

Dieser Hadis Scherif erklärt auf die beste Art und Weise den Wert des Hadsch und der Umra.

 

Liebe Muslime!

Es gibt Orte, von denen Menschen träumen und die sie bei der ersten Gelegenheit unter allen Umständen besuchen möchten. Auch wenn diese Orte Menschen psychologisch befriedigen mögen, gibt es dafür keine jenseitige Belohnung und sie befrieden die Seele nicht. Die heiligen Stätten, von denen jeder Muslim träumt und sie abermals sehen möchte, sorgen für die innere Ruhe ihrer Besucher und besänftigen ihre Seelen. Jeder Cent auf diesem Weg wird sich auf der Wagschale jeder Person bemerkbar machen und bei Allah Te’ala bewahrt werden.

Mit Hadsch und Umra erneuern wir unseren ewigen Bund. Mit Tawaf (Umrundung der Ka’ba), Sa’ (Lauf zwischen Safa und Marwa) und Gebeten an den heiligen Orten reinigen wir uns von unseren Sünden. Wir teilen unser Befinden dem Gesandten Allahs mit, indem wir ihn vor Ort besuchen und grüßen.

 

Verehrte Muslime!

Der Verband der Islamischen Kulturzentren organisiert auch dieses Jahr wie immer Umra-Reisen in Begleitung seiner erfahreren Mitarbeiter. Wer von euch die Umra antreten möchte, kann sich bei unseren zuständigen Mitarbeitern informieren.