Hutbe zum Ramadanfest
02. Mai 2022
01. Schawwal 1443Verehrte Muslime,
heute ist der Tag, an dem wir Allah, unseren Herrn, lobpreisen, dafür, dass er uns den Ramadan Scherif vollenden ließ und wir das Ramadanfest erleben dürfen. Iman, Islam und Ibadat sind Gaben, die so großartig sind, dass sie mit keinem der anderen Gaben verglichen werden können.
Welch ein Glück, dass wir im Monat Ramadan uns mit all unseren Kräften angestrengt haben, unsere Seelen mit Ibadat zu läutern. Nun werden wir das Festgebet verrichten und unsere Dankbarkeit erweisen. Wir werden sowohl geistig als auch materiell feiern. Denn Allah Te’ala spricht in einem Ayet Folgendes: „Erfolgreich ist wahrlich derjenige, der sich läutert und des Namens seines Herrn gedenkt und sodann betet.” (Sure al-A’la, 87:14-15)
Unser Prophet (s.a.w.) sagte in einem seiner Hadis Scherifs: „Für den Fastenden gibt es zwei Freuden, über die er sich freut. Wenn er sein Fasten bricht, freut er sich. Und wenn er seinen Herrn trifft, freut er sich über sein Fasten.” (Buchari, 1904)
Heute freuen wir uns darüber, dass wir einen Monat lang im Ramadan gefastet haben und nun unser Fastenbrechenfest feiern.
Feste sind dazu da, gemeinsam zu feiern. Es entspricht weder der menschlichen Natur noch der Vernunft, fröhlich zu sein, wenn Menschen um einen herum traurig sind. Es gibt einige Dinge, die wir tun müssen, um unsere Freude mit anderen zu teilen und sie an unserer Freude teilhaben zu lassen. Diese sindwie folgt:
Wir sollten an den Festtagen die Silat ar-Rahim, die Verwandschaftsbeziehungen stärken und so zunächst unsere Familien und nahe Verwandte erfreuen. Wenn möglich, sollten wir sie persönlich kontaktieren und besuchen; wenn nicht, sollten wir sie anrufen und ihre Herzen gewinnen und auf diese Art und Weise ihnen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine sind.
Lasst uns die Armen, die Waisen, die verlassenen Alleinstehenden und die Studierenden mit Spenden beglücken und ein Lächeln auf ihren Gesichtern erwirken.
Lasst uns jeden Muslim mit einem lächelnden Gesicht und in Aufrichtigkeit begegnen und Menschen glücklich machen.
Lasst uns mit Gebeten und Spenden an unsere Verstorbenen, an unsere Ältesten, Gelehrten und Glaubensgeschwister gedenken, damit sie an der Freude dieses Festtages teilhaben.
Erinnern wir uns daran, dass es für einen Muslim haram ist, länger als drei Tage sauer auf seinen Glaubensgeschwister zu sein. Versöhnen wir uns mit denen, mit denen wir uns zerstritten haben oder versöhnen zerstrittene Personen miteinander.
Liebe Muslime,
über die beiden Feiertage, Ramadan- und Opferfest hinaus, haben gläubige Menschen auch andere Festtage. Anas Ibn Malik rahmatullahi aleyh sagte: „Der Muslim hat fünf Feiertage:
- Jeder Tag, der vergeht, ohne dass eine Sünde in seinem Buch der Taten registriert wird;
- Der Tag, an dem er die Welt in Iman, im Glauben, verlässt;
- Der Tag, an dem er die Sirat-Brücke überquert und von den Ängsten der Qiyamet befreit wird;
- Der Tag, an dem er in die Dschennet eintritt.
- Der Tag, an dem er in der Dschennet das Angesicht Allah Te’alas bestaunt.”
Verehrte Muslime,
wir sollten uns vergegenwärtigen, dass ein Festtag, uns von den Ibadat nicht freistellt, im Gegenteil, es ist ein Tag der Entschlossenheit, mit der gewonnenen Energie noch mehr Allah zu dienen. Im gegenwärtigen Monat Schewwal ist es eine Sunna von Rasulullah (s.a.w.) sechs Tage zu fasten. In einem Hadis Scherif heißt es dazu: „Wer im Ramadan fastet und darauf sechs Tage vom Schewwal folgen lässt, ist so, als hätte er das ganze Jahr gefastet.” (Muslim, 1164) Das Fasten im Schewwal kann jedoch erst nach Ablauf des ersten Festtages erfolgen. Der erste Festtag gilt als ein Tag des Feierns und daher ist es haram, in ihm zu fasten.
Liebe Muslime,
wir möchten allen danken, die während des Ramadan unsere Moschee aufgesucht, unsere Schüler und Studierenden mit ihrem Zekat, Sadaqa und Iftar-Spenden unterstützt und unserer Moschee ihre geistige und materielle Unterstützung nicht versagt haben. Bei dieser Gelegenheit gratulieren wir Ihnen allen zum Ramadanfest.