Die Vorzüge von Hamd (Lobpreisung) und Schukr (Dankbarkeit)
16. Aralık 2022
22. Dschumada l-ula 1444Verehrte Muslime,
in unserer heutigen Hutbe geht es um die Vorzüge von Hamd und Schukr, also Lobpreisung und Dankbarkeit.
Dankbarkeit gegenüber Wohltaten ist einer der wichtigsten menschlichen Tugenden. Um die Bedeutung der Dankbarkeit sowohl gegenüber den Menschen als auch gegenüber Allah Ta’ala hervorzuheben, sagte unser Prophet (s.a.w.) „Wer den Menschen nicht dankt, dankt auch Allah nicht.” (Abu Dawud, Adab 12) Auch in unserem alltäglichen Leben gilt es als Undankbarkeit oder zumindest als Unhöflichkeit, sich für Gutes, das einem widerfahren ist, nicht zu danken. Wie könnte man dann überhaupt die Undakbarkeit gegenüber den unzähligen Gaben unseres Herrn rechtfertigen?
Liebe Muslime,
die Dankbarbeit gegenüber jeder Gabe richtet sich nach deren eigenem Grad und deren Art. Zum Beispiel, wenn eine Person, die Zakat schuldet, nur mit Worten dankt und ihre Zakatschuld nicht begleicht, so ist die Dankbarkeit für ihr Vermögen nicht vollbracht. Die Dankbarkeit für das von Allah umsonst geschenkte Leben, Gesundheit, Verstand und dergleichen Gaben äußert sich darin, dass man diese auf dem Wege Allahs nutzt. Jeder Mensch strebt danach, seine materiellen und geistigen Gaben zu vermehren. Wenn aber unser Herr dies nicht will, sind Anstrengungen umsonst und Ergebnisse fruchtlos und nutzlos. Daher lasst uns den Worten Allahs Gehör schenken, wie Gaben vermehrt und gesegnet werden können: „Und da kündigte dein Herr (Folgendes) an: „Wenn ihr führwahr dankbar seid, werde ich euch wahrlich mehr geben. Und wenn ihr undankbar seid, so ist Meine Strafe wahrlich streng.” (Sure Ibrahim, 14:7)
Verehrte Muslime, haben wir uns je Gedanken darüber gemacht, dass unsere Existenz auf dieser Welt, unsere Erschaffung als Menschen, unsere körperlichen Sinne und Fähigkeiten wie Sehen, Hören, Denken, Wissen und äußere Gaben wie Luft, Wasser, Nahrung und andere Faktoren, die uns am Leben erhalten, ohne unser eigenes Tun uns beschert wurden. Haben wir diese aus eigener Anstrengung verdient? Außerdem haben wir zwei wichtige und unvergleichliche Gaben wie Iman und Islam, die Garanten für unser ewiges Leben sind.
Unsere Dankbarkeit gegenüber all diesen Gaben äußern wir mit den Begriffen Hamd (Lob) und Schukr (Dank). Hamd hat eine allgemeinere und breite Bedeutung als Schukr. Denn Hamd bedeutet Allah Ta’ala für all die Gaben, die er dem Lobpreisenden oder anderen gegeben hat, zu loben. Schukr, also Dank jedoch gilt für die Gaben, die einem selbst zuteil geworden sind.
Einige Gelehrte haben gesagt, dass man bei Unheil, die Allah von einem abwendet, ihn lobpreist und für Gaben, die er einem gegeben hat, ihm dankt. Hamd beudetet Allah sowohl in schwierigen Situationen als auch in guten Situationen lobzupreisen. Schukr, Dank hingegen spricht man für Gaben, die einem zuteil geworden sind.
Es gibt drei Arten von Dankbarkeit:
Erstens, die Dankbarkeit des Herzens. Dies äußert sich darin, dass man fest daran glaubt, dass alle Gaben von Allah Ta’ala kommen. Denn Allah der Allmächtige sagt: „Und was ihr an Gunst genießt, ist von Allah.” (An-Nahl, 16:53)
Zweitens, das Danken mit der Zunge. Dieser Dank besteht darin, Allah, den Geber der Gaben, lobzupreisen und sich dazu zu bekennen, dass die Gaben von Allah kommen. Hierzu sagte unser Herr: „Und was die Gunst deines Herrn angeht, so erzähle (davon).” (Ad-Duha, 93:11)
Drittens, Dankbarkeit durch Taten. Diese ist möglich, indem man die Nafs (Triebseele) zu Ibadat und Gehorsam erzieht. In der (34.) Sure Saba’, Ayet 13 heißt es: „Vollzieht, o Familie Dawuds, Taten aus Dankbarkeit. Und nur wenige von Meinen Dienern sind wirklich dankbar.”
Ich möchte meine Hutbe mit einem Hadis Scherif unseres Propheten (s.a.w.), der für uns das beste Beispiel in Dankbarkeit ist, abschließen. Unsere Mutter Hazret Aischa sagte dem Gesandten Allahs, der die Nächte mit Gebeten verbrachte, bis seine Füße anschwollen: „O Rasulallah! Warum tust du das, wenn doch dir alle vorangegangenen und zukünftigen Fehler vergeben sind.” Der Stolz der Welten sagte: „O Aischa! Darf ich nicht ein dankbarer Diener sein?” (Buchari, Tahaddschud 6)