Dschennet und Dschehennem
09. Aralık 2022
15. Dschumada l-ula 1444Verehrte Muslime,
in unserer heutigen Hutbe geht es um Dschennet und Dschehennem, um Paradies und Hölle, die zu den verborgenen Wahrheiten (gayb) gehören. Allah Ta’ala und Sein Gesandter haben uns von deren Existenz berichtet. An diese zu glauben ist ein wesentlicher Bestandteil des Imans. Es ist irrational, zu behaupten, an Allah und Seinen Gesandten zu glauben und nicht an die Wahrheiten zu glauben, die sie verkündet haben.
Bedeutsam beim Iman ist der Glaube an Gayb, an das Verborgene. Es ist keine Tugend an Dinge zu glauben, nachdem man sie gesehen hat. Denn wer etwas leugnet, nachdem er es gesehen hat, handelt vernunftswidrig.
Dschennet ist eine große und ewige Belohnung, die Allah den Gläubigen geben wird, und Dschehennem ist ein ewiger Ort der Strafe für diejenigen, die essentielle Glaubenswahrheiten verleugnen.
Der Kur’an Kerim verdeutlicht diese beiden Wahrheiten. In der Sure (39) az-Zumar, Ayet 71 heißt es: „Und diejenigen, die leugneten, werden in Scharen zum Dschehennem geführt. Wenn sie dann dort ankommen, werden seine Tore geöffnet. Und seine Wächter sagen zu ihnen: „Sind denn zu euch keine Gesandten von euch gekommen, die euch die Zeichen eures Herrn vorlasen und euch vor dem Treffen an diesem euren Tag warnten?” Sie werden sagen: „O doch. Aber das Wort der Strafe ist gegen die Leugner wahr geworden.”
Im Vers 73 derselben Sure wird auch die Dschennet erwähnt: „Und diejenigen, die ihren Herrn fürchteten, werden in Scharen zur Dschennet geführt. Und wenn sie dann dort ankommen und ihre Tore geöffnet werden und ihre Wächter zu ihnen sagen: „Friede sei auf euch! Gut wart ihr, so tretet in ihr auf ewig ein!”
Nach der Meinung der Gelehrten der Ahl as Sunna wal-Dschama’a, fußend auf Ayets und Hadisen, wird keiner in die Dschennet eintreten, der kein Iman besitzt. Diejenigen, die den Iman verinnerlicht haben und frei von Sünden sind, werden direkt in die Dschennet eintreten. Auch diejenigen, denen ihre Sünden aufgrund Reue, irdische Mühsale oder Schafa’a (Fürbitte) vergeben wird, treten direkt in das Paradies ein.
Diejenigen aber, die schwere Sünden auf sich geladen haben und im Iman sterben, jedoch auf keinem der oben genannten Wege Vergebung erfahren, werden im Maße ihrer Sünden im Dschehennem verbüßen und dann wieder in die Dschennet eintreten. Unser Prophet (s.a.w.) spricht diese Tatsache in einem Hadis Scherif folgendermaßen an: „Einige Angehörige des Tawhid (Monotheismus) werden im Feuer so lange bestraft, bis sie wie (erloschene und erkaltete) Lava aussehen. Danach ereilt sie Allahs Barmherzigkeit und sie werden (aus dem Dschehennem) herausgeholt und vor die Tore der Dschennet geworfen.” (Tirmizi, Hadisnr. 2597)
Das irdische Leben ist eine Prüfung, in der man selbst Dschennet oder Dschehennem erwirbt.
Liebe Muslime,
Allah der Allmächtige sagt in einem Hadis Qudsi: „Meine Barmherzigkeit hat Meinen Zorn überholt.” (Buchari, Tawhid, 28/7453) Aus diesem Grund hat Er Dschennet und Dschehennem Seinen Dienern kundgetan und sie gleichzeitig mit dem Folgenden Ayet Kerime in die Dschennet eingeladen: „Und Allah lädt in das Haus des Friedens ein und leitet, wen Er will, zum geraden Weg.” (Sure Yunus, 10:25)
In einem anderen Ayet heißt es: „Und wetteifert nach einer Vergebung von eurem Herrn und einer Dschennet, deren Breite die Himmel und die Erde umfaßt, die für die Gottesfürchtigen vorbereitet ist.” (Sure Al Imran, 3:133)
Die Gaben und Genüsse der Dschennet, die im Kur’an Kerim und in den Hadis Scherifs erwähnt werden, sind viel zu viel, um alle aufzuzählen. Der folgende Hadis Qudsi fasst diese kurz und knapp zusammen: „Ich habe meinen aufrichtigen Dienern im Paradies Gaben vorbereitet, die kein Auge gesehen, kein Ohr gehört hat und kein Menschenherz sich vorstellen kann.” (Buchari, Bad’ al-halq, 8/3244)
Der Dschehennem wird in einem Hadis Scherif folgendermaßen beschrieben: „Wenn hunderttausend oder noch mehr Menschen in dieser Moschee wären und unter ihnen sich ein Bewohner des Dschehennem befände und atmete, und sein Atem sie erfaßte, so würde er gewiß die Moschee und alle, die darin sind, verbrennen.” (At-Targhib wa-t-Tarhib, Bd. 4, S. 250)
Gesegnet sind diejenigen, die sich mit Wohltaten für die Dschennet beschäftigen!